🚋 Nordseereise 2020 vierter Tag

Simon Fischer am 09.09.2020

Vorwort

Da ich ja die letzten zwei Tage ziemlich spät angekommen bin haben sich die Berichte etwas verzögert. Hier gibt es jetzt den kompletten Bericht von Tag 3.

Erstmal ne Steigung

Erstmal ne SteigungErstmal ne Steigung
Was gibts schöneres als den Tag mit einer dicken Steigung zu beginnen? Immerhin war das der schlimmste Abschnitt der Etappe. Und meine Knie tun auch nicht mehr so arg weh. Nach der Steigung ging es dann moderat weiter Richtung Recklinghausen.
Pause in RecklinghausenPause in Recklinghausen
Kurz vor Ende Recklinghausen hab ich dann mal ne kleine Pause eingelegt und ein bisschen was geknabbert und die Wasserflasche nachgefüllt. Ich war froh bald endlich aus den ganzen Städten rauszusein. Dieses ständige Anhalten und Losfahren ist mit so viel Gepäck nämlich verdammt anstrengend.

Mittagessen im Wald

Plätzchen im WaldPlätzchen im Wald
Als ich dann aus der Stadt raus war bin ich an einem kleinen Wald entlanggefahren. Ich hatte hunger und bin ein Stück in den Wald gefahren und hab mir da ein schönes Plätzchen gesucht und gefunden. Dort hab ich es mir dann gemütlich gemacht und was zum Mittagessen gekocht. Es gab wieder Schnitzel, die mussten nämlich weg. Die waren schon lange aufgetaut. Immerhin waren die vorgegahrt, sie gingen also nicht so schnell kaputt. Würzen tu ich übrigens alles mit Gemüsebrühpulver, das ist das Einzige was ich dabei hab und da sind alle möglichen Gewürze drin 😂. Zum Nachtisch gabs wieder Obstsalat, dieses mal mit einem Apfel, ein bisschen Ovomaltine und Cornflakes. Es hat schon was schönes, dieses Gefühl, sich einfach irgendwo hinzusetzen und was zum Essen zu kochen. Gestärkt ging es dann weiter nachdem ich mich noch ein bisschen ausgeruht hab.

Höchste Stelle

Höchste StelleHöchste Stelle
Nach einer Weile bin ich dann an die höchste Stelle gekommen, zu der ich bis zu meiner Rückkehr nicht mehr kommen werde. Ich war richtig glücklich. Endlich keine krassen Steigungen mehr. Und es ging dann auch erstmal ein bisschen bergab.

Radbahn-Münsterland

Radbahn-MünsterlandRadbahn-Münsterland
Dann kam die Naviansage: “Rechts abbiegen auf Radbahn-Münsterland.”. Ich hab mich schon die ganze Zeit auf diesen Abschnitt gefreut. Es gab ja in der letzten Etappe schon ein paar Radbahnen, aber diese ist perfekt eben. Das heißt 40 km ebener Fahrradweg mit einwandfreiem Belag. Da konnte ich zwischendurch sogar die Knieschmerzen vergessen, die sich wieder anbahnten. Nach ein paar Kilometern hab ich mich dann aber doch dazu entschieden eine Schmerztablette zu nehmen. Ich bin dann vorsichtig gefahren und die Schmerzen sind zurückgegangen. Ein paar mal haben sich im Vorbeifahren Leute nach mir umgedreht. Sieht man wohl nicht jeden Tag so ein Liegefahrrad mit Anhänger. Am Ende der Radbahn ging es dann 16 km geradeaus. Das ist doch ganz schön anstrengend wenn man hundemüde ist. Aber bei weitem nicht so anstrengend wie 8% Steigung 😂. Bei Rheine endete die Radbahn dann am Bahnhof und ich bin bin auf normalen Fahrradwegen weiter nach Salzbergen gefahren wo der Campingplatz lag.

Oh Schreck

Am Campingplatz angekommen stand ich dann vor verschlossener Schranke und niemand war da. Ich hatte extra angerufen und nachgefragt. “Sie können immer Ankommen.” hieß es dann. Aber das hieß wohl nur bis 19 Uhr. Ich hab dann angerufen. Der am Telefon hat dann gesagt, ich soll mich auf die Wiese hinter dem Sanitärgebäude stellen, hier ist ein kleiner Grillplatz. Das ist eigentlich ein ganz schöner Platz, sehr geschützt durch Hecken. Er hat dann der Chefin bescheid gesagt und sie ist dann nochmal rausgekommen. Es war 20:15. Sie hat mir dann einen Schlüssel zu den Toiletten und eine Duschmarke gegeben. Von den Campingplatzpreisen bin ich allgemein recht überrascht. Im Schnitt hab ich bisher 15 Euro pro Nacht bezahlt. Für ein kleines Zelt mit Fahrrad schon recht viel. Aber ich beschwere mich da nicht, die Plätze können das gerade gut gebrauchen, mussten sie ja die erste halbe Saison geschlossen bleiben. Nu hab ich also mein Zelt aufgebaut. Wieder im Dunkeln. Dann bin ich erstmal duschen gegangen. Die Sanitäranlagen hier sind recht in die Jahre gekommen. Noch nichtmal Einzelduschen haben die hier. Aber um halb neun duscht zum Glück sonst keiner mehr. Dann gab es ein ergiebiges Abendessen. Mal wieder Schnitzel, die hab ich jetzt leer gemacht. Dann gab es noch einen Obstsalat und eine Milchschnitte. Am nächsten Tag, also quasi heute, geht es dann auf die vorletzte und einfachste Etappe. 75 km im Flachland. Dann hab ich es auch schon fast geschafft 😃😃.

Das war jetzt eine ganz schön lange Textwand. Leider hab ich gestern Abend keine Bilder mehr gemacht.

Nachrichten

Ach ja, eins noch. Mir schreiben ja immer wieder Leute und fragen wie es mir geht. Ich antworte dann nicht immer gleich oder manchmal auch gar nicht, wenn ich die Benachrichtigung wegmache und es dann vergessen 🙈. Eine Sache, die ich an dieser Reise genieße ist die richtige Einsamkeit unterwegs. Einfach nur ich und mein Fahrrad. Deswegen macht euch keine Sorgen, mir geht es gut 😊. Ich schreibe ja normalerweise hier am Abend ein paar Zeilen. Außer ich bin viel zu müde, aber dann gibts ein kleines Lebenszeichen von mir.

PS: Das Wetter ist gerade nicht so doll, aber schön ist, es regnet nicht und es ist angenehm warm. Aber langsam sollte die Sonne mal wieder scheinen, da der Akku nur noch halbvoll ist. Und ohne Sonne funktioniert das Solarpanel nicht so gut.